• Sternberg, Kirchplatz Sternberg, 2006

    „In der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes ist das „überlagern“ Ausgangspunkt für die Suche nach einer authentischen Bedeutungszuweisung für den Kirchplatz. Der wieder gewonnene öffentliche Platz vor der archaischen Kirche erhält keine beliebige Gestalt, die oberflächlich diffusen Massengeschmack befriedigt mit Bäumchen, Bank und Wasserspiel, sondern wird als Irritation im Stadtzentrum inszeniert.

    Der kleine Platz zwischen Markt und Kirche ist begehbar. Es entsteht also kein zweckfreies Kunstwerk, sondern ein Platz mit einem „Geheimnis“, das auf den besonderen Ort an prominenter Stelle in der Stadt Sternberg verweist.

    Der Marktplatz ist ein offener Platz, der weiterhin wechselnde Nutzungen aufnehmen kann. Der Wunsch nach Steigerung der Aufenthaltsqualität ist häufig gemeint als Wunsch nach Kleinteiligkeit, die ein kuscheliges Milieu erzeugen soll.

    Eine dauerhafte Installation mit Möbeln, Pflanzungen, Trögen und anderen Installationen sind auf dem öffentlichen Markt fehl am Platze. Temporäre Überlagerungen – auch mit individuellen Lösungen vor Gastronomie – sind denkbar und wünschenswert. Diese zeitlich begrenzten Einrichtungen müssen nicht einer „ordnenden Hand“ unterworfen werden, die mit gönnerhafter Designergeste den Massengeschmack als defizitär stigmatisiert. Der Sternberger Marktplatz ist im Gerüst stabil genug, zeitweise auch Einrichtungen auszuhalten, die verbreitete Bedürfnisse befriedigen. Selbst wenn Freisitze, Tröge, Aufsteller oder Anordnung von Stellplätzen vom Geschmack der Experten abweichen.“

    Ort Sternberg
    Jahr 2006
    Auszeichnung 1. Preis
    Auslober Stadt Sternberg
    Typ Realisierungswettbewerb