• Norderstedt, Stadtpark / Landesgartenschau 2011, 2006

    Die zentrale Ausstellungsfläche auf dem „Deck am See“ konzentriert das gärtnerische Kernthema mit einer „hommage an die Pflanze“ und später in der Nachnutzung die Aktionsflächen zur Freizeitnutzung.

    Am Ende der Stormannstraße markiert das Eingangsgebäude mit Erlebnisgastronomie und Blumenhalle den Auftakt des „Decks am See“. Das Gebäude ist Bestandteil des Decks. In der Nachnutzung ist die textile Blumenhalle zurückgebaut und durch indoor- und outdoor-Klettern ersetzt. Vor dem Eingangsgebäude empfangen den Gast Geschenkpakete aus mehrstämmigen lichten Gehölzen und lenken den Besucherstrom zum Haupteingang.

    Die Landschaft bleibt als Raum prägende Kulisse der Gartenschau stets präsent. Wege, die Anordnung der Ausstellungsbilder und später der Nachnutzung lenken die Verbindungen in die Landschaft. Dabei wirkt die „harte“ Geometrie des Decks im Kontrast zur „weichen“ Landschaft. So entsteht für den Besucher der räumliche Eindruck von klarer Organisation und konsequenter Nähe zum Wasser. Das Wasser rückt optisch an das „Deck“ heran.

    Am Nordende des Decks liegt das Freibad mit Sitzplatz am Wasser, Sandstränden, Kiosk und Umkleiden. Die südexponierten Wiesenflächen erweitern die Liegeflächen am Ufer.

    Eine Liftanlage für Wasserski und wakeboard ist mit Start und Ziel an der nordexponierten Steiluferböschung am Industriegebiet angeordnet. Die Tribühne am zentralen Deck ermöglicht einen guten Blick auf die „action“. Ein Aussichtsturm auf dem Rodelberg ist mit dem Freilufttheater am der nordexponierten Hang des ehemaligen Müllberges kombiniert. Die ehemalige Heidefläche erhält durch heidetypische Bewirtschaftung ihren Charakter zurück und bleibt auch in der Nachnutzung ein Anziehungspunkt im Park.

    An der Westseite markieren futuristische Tore die Eingänge zum Stadtpark an der Falkenbergstraße. Ein Fußwegenetz führt als Parcours zu den Höhepunkten und Landschaftselementen im Stadtpark. Ein Rundweg mit einer Oberfläche aus heidefarbenem Asphalt schwingt prägnant zum Hügel mit Aussichtsturm und Freitheater, zur regenerierten Heidefläche, zum Abenteuerspielplatz am Nord-Ost-Eingang und zur wakeboard-Wiese. In der Nachnutzung dient der Rundweg als Skater- und Jogging-Parcours.

    Am Haupteingang ergänzen während der Gartenschau 450 Pkw- und 30 Bus-Stellplätze die 350 Dauerstellplätze am „Deck“. Im Bereich Eingang Nordost sind 750 Stellplätzen angeordnet. Die Ausstellung ist der Gartenpflanze gewidmet. Um die herausgehobene Wirkung des „Decks am See“ zu steigern, erhalten die Ausstellungsflächen eine serielle Form, die „Insel“ assoziiert.

    Damit die Pflanzen für die Besucherströme optimal wirken, erhöhen Stützmäuerchen aus Stampflehm die Pflanzungen zu Hochbeeten. Der archaische Baustoff Stampflehm wirkt in puristischem Design. Herstellung und Rückbau sind günstig und ökologisch. Gärtner- und Bauernmarkt finden auf dem Deck ebenso Platz wie Freilandschauen und Außengastronomie.

    Stimmungsvolle Pflanzkompositionen regen die Gefühlsebene der Besucher an. Emotionale Pflanzenbilder zeigen die Essenz der Pflanze im Garten des Neuen Gartendesigns. Die Pflanzenbilder wirken in Kombination von Farben, Textur, Blütenform, Wiederholung und Rhythmus. Die Gartenpflanzen fangen das Licht ein, erzeugen Melancholie, Überschwang, Stille, Traum und Mystik. Im Wechsel der Jahreszeiten schaffen Blattwerk, Rispen, Dolden, Kugelblüten, daisies und Federn im Frühjahr milde, zarte, liebliche Stimmungen, im Sommer kräftig warme, feurige Bilder und im Herbst erdige, gedeckte und kalte Farbspiele.

    Ort Norderstedt
    Jahr 2006
    Auszeichnung 5. Platz
    Mit Jäger Jäger Freie Architekten Schwerin (D)
    Typ Beschränkter Wettbewerb